Westfälische Eliteschau für Reitpferde- und Kaltblutstuten am 30. Juli 2021 und Deutsche Reitponystuten am 31. Juli 2021


 

Züchten mit System und Erfolg

Westfälische Eliteschauen für Reitpferde-und Kaltblutstuten 2021

Seit über 100 Jahren legen die westfälischen Stuten den Grundstein für die Erfolge ihrer Nachfolger. Weil sie die Qualitätsgaranten der westfälischen Zucht sind, veranstaltet das Westfälische Pferdestammbuch einmal im Jahr die Elitestutenschau (eine für die Reitpferde- und Kaltblutstuten und eine für die Reitponystuten) in Handorf. Dabei werden jeweils die besten drei- und vierjährigen Stuten vorgestellt.

Die Stuten werden vorher auf einer Stutenschau ausgewählt. Auf der Eliteschau werden in der abschließenden Siegerehrung nicht nur die Stuten, sondern auch ihre Besitzer und Züchter geehrt.

Viele der Staatsprämienstuten und deren Nachkommen zeigen, dass sich das System des Westfälischen Pferdestammbuches mit seiner Bewertung und Beurteilung von potentiellen Leistungsträgerinnen bewährt hat – und auch in Zukunft Erfolge verspricht.

 

 Westfalen feiert Siegerstuten
Westfälisches-Pferdestammbuch e.V. kürt die besten Stuten

Münster: Die besten Reitpferde- und Kaltblutstuten Westfalens wurden am gestrigen Nachmittag im Rahmen der Westfalen-Woche ausgezeichnet. Siegerin der dressurbetonten Stuten wurde die Benicio-Tochter Baroness Bibi. Ultimate Touch v. United Touch S rangierte auf dem Endring der springbetonten Stuten ganz vorne. Im Ring der Kaltblutstuten rangierte die Kommission Lyanna v. Lindor an erster Stelle.

Eingebettet zwischen Turniersport und Fohlenauktion fand die Elite-Stutenschau des Westfälischen Pferdestammbuche e.V. im Rahmen der Westfalen-Woche statt. Für jeden westfälischen Züchter ist das Schaufenster der westfälischen Zucht einer der Höhepunkte des Jahres. Erfreulicherweise konnte die Schau in diesem Jahr wieder in gewohntem Rahmen stattfinden, so dass sich zahlreiche Zuschauer ein Bild von den besten Stuten ihres Jahrgangs machen konnten.

50 dressurbetont gezogene Stuten wurden der Kommission bestehend aus Thomas Münch, Katrin Tosberg, Ralf Johanshon, Dr. Wolfgang Kluge, Kai Ligges und Dr. Evelin Schlotmann in sieben Ringen vorgestellt. Davon qualifizierten sich neun Stuten für den Endring. An die Spitze des stark besetzten Feldes setzte sich schließlich Baroness Bibi. Die Tochter des Benicio wurde von Franz-Georg Ottmann, Saerbeck, aus der Stute Dianann v. Don Romantic gezogen und ausgestellt. Die auffällig gezeichnete Dunkelfuchsstute überzeugte am heutigen Tage besonders durch ihre Reitpferdepoints. Harmonisch konstruiert präsentierte sie sich im Trab mit gutem Ablauf und viel Abdruck. Auch unter dem Sattel konnte die Benicio-Tochter bereits wiederholt auf sich aufmerksam machen. So konnte sie ihre Stutenleistungsprüfung mit einer dressurbetonten Endnote von 8,7 ablegen. Am Mittwoch war sie unter dem Sattel von Bianca Nowag mit einer 8,6 strahlende Siegerin in der Reitfpferdeprüfung für dreijährige Stuten und Wallache.

Als Reservesiegerin der Westfälischen Elite-Schau 2021 wurde For Joy v. For Dance gefeiert. Die dunkelbraune Stute aus der St.Pr.St. Dressed in Black v. Detroit wurde gezogen und ausgestellt von Andrea Krehenwinkel aus Neuenkirchen. Die mit langen Linien versehene Stute machte ihrem Namen während der Präsentation alle Ehre. So präsentierte sie sich energisch abfußend mit viel Tragkraft und Kadenz. Schon im Rahmen der Stutenleistungsprüfung lieferte die Stute mit einer dressurbetonten Endnote von 8,3 ab. 

In zwei Ringen stellten sich 13 springbetont gezogene Stuten dem Urteil der Richterkommission. Fünf Stuten durften sich auf dem Endring noch einmal zeigen. Am Ende stand die United Touch S-Tochter Ultimate Touch ganz vorne auf dem Ring. Züchter und Aussteller der braunen Stute ist die ZG Könemann aus Rhede. Schon bei ihrer Stutenleistungsprüfung fiel sie mit einer springbetonten Endnote von 9,05 auf. Zuchtleiter Thomas Münch bescheinigte ihr im Freispringen nicht nur Vermögen, sondern vor allem eine auffallende Reaktionsfähigkeit. Mit ihrem wachen Ausdruck und vor allem durch das korrekte und genügend ausgeprägte Fundament überzeugte sie die Kommission am heutigen Tage erneut.

Über die Reservesiegerstute Cranberry G v. Chacoon Blue durfte sich Züchter und Aussteller Christoph Gehre aus Weeze freuen. Gezogen wurde die Schimmelstute aus der Calesie von Cachassini. Mit harmonischen Körperpartien und einer Trabmechanik erster Güte konnte diese Stute die Kommission in ihren Bann ziehen. Ihre Qualität im Springen konnte die Stute bereits in der Stutenleistungsprüfung in Münster-Handorf unter Beweis stellen. Sie schloss mit einer springbetonten Endnote von 8,65 ab und erhielt eine 9,0 für das Freispringen.

Auch die Kaltblutstuten betraten in diesem Rahmen das westfälische Parkett. Elf Rheinisch-Deutsche Kaltblutstuten wurden der Kommission bestehend aus Thomas Münch, Katrin Tosberg, Rudolf Brocks, Gerhard Hegemann und Ralf Johanshon vorgestellt. Als Siegerstute wurde Lyanna v. Lindor auserkoren. Thomas Müller aus Olsberg hat die Stute aus der St.Pr.St. Amanda von Astor gezogen. Aussteller und Vorführer der Halbschwester zu den gekörten Hengsten Nerius und Herbert war Matthias Müller. Die charmante Stute wusste mit ihrem harmonischen Seitenbild und sehr korrektem Fundament zu gefallen. Im Trab zeigte die Stute einen guten und praktischen Ablauf mit aktivem Hinterbein. Der Schritt zeichnete sich insbesondere durch seinen Fleiß aus.

Als Reservesiegerin erhielt Herda v. Hadrian die Silbermedaille. Die Stute stammt aus der Zucht von Norbert Schulten aus Gronau, der gleichzeitig für seine erste St.Pr.St. ausgezeichnet wurde. Die braune Stute wurde als bewegungsstärkste Stute auf dem Ring hervorgehoben. Die Tochter der Verb.Pr.St. Fine v. Flemming überzeugte mit guter Trabmechanik und idealer Typausprägung. Man wünschte sich lediglich eine wenig mehr weiblichen Schmelz, so Zuchtleiter Thomas Münch. Ausgestellt wurde die Stute von Hermann Knüsting aus Borken.

Aus den Händen von Julia Fiene erhielten die Züchter der geehrten Stuten die Gold- bzw. Silbermedaille der Landwirtschaftskammer Westfalen.

 „In diesem Jahr wurde uns ein quantitativ und qualitativ starker Jahrgang präsentiert und es ist vor allem auch für die Züchter interessant, sich hier ein Bild von der Vererbungskraft der Hengste machen zu können“, so das Resümee des Zuchtleiters Thomas Münch. Sein Dank galt auch Dr. Evelin Schlotmann aus Vechta, die als Gastrichterin Teil der Kommission war und die ausgezeichnete Qualität des Endrings hervorhob.

Westfälische Eliteschaue für Reitponystuten 2021

Westfalen umjubelt Siegerstuten der Reitponys
Westfälische Elite-Schau für Reitponystuten

Münster: Traditionell wurden am heutigen Vormittag im Rahmen der Westfalen-Woche die besten Reitponystuten Westfalens gekürt. Siegerstute der dressurbetonten Reitponystuten war Dich zu Lieben W v. Diamond Touch NRW. Paulina Sunrise v. Primera Vez erhielt die Siegerschärpe bei den springbetonten Reitponystuten.

Nachdem gestern die Siegerstuten der Reitpferde- und Kaltblutstuten ausgezeichnet wurden, durften heute die Reitponystuten auf der Dreiecksbahn um die Siegertitel konkurrieren. Die besten drei- und vierjährigen Stuten ihrer Jahrgänge präsentierten sich der Kommission bestehend aus Thomas Münch, Katrin Tosberg, Michael Recker und Reinhard Kramer (Weser-Ems). Insgesamt 35 Reitponystuten, davon drei springbetonte Reitponys, präsentierten sich in fünf Ringen.

14 dressurbetonte Ponystuten konnten sich für den Endring qualifizieren. Über den Titel Siegerstute durfte sich am Ende die Tochter des Diamond Touch NRW/Orchard Boginov freuen: Dich zu lieben W. Die typstarke Palominostute wurde von der ZG Familie Wiesmann aus Lengerich gezogen und von der ZG Weischer aus Emsdetten ausgestellt. Schon in ihrer Stutenleistungsprüfung konnte die edel und sportiv aufgemachte Stute mit einer 8,35 überzeugen. Bereits am Donnerstag qualifizierte sie sich unter dem Sattel von Jessica Süß in der Reitponyprüfung für das Finale des Westfalen-Championats am morgigen Sonntag. Ein tolles Seitenbild mit gut angesetztem, sich verjüngendem Hals sowie ein wunderschönes Gesicht mit ausdrucksstarkem Auge zeichnen die Stute aus. Die Stute steht auf trockenem und korrektem Fundament und trabte mit hervorragender Schulterfreiheit und Mechanik. Der Schritt war durch viel Übertritt gekennzeichnet.

Noch nie sei die Entscheidung zwischen Siegerstute und Reservesiegerstute so schwer gefallen, betonte Zuchtleiter Thomas Münch. Am Ende gaben Nuancen den Ausschlag. Gefeierte Reservesiegerin war De la Candy AT v. D-Power AT. Wie der Namenszusatz verrät, stammt die Stute aus der bekannten Reitponyzucht von Adolf Theo-Schurf aus Bedburg. Derselbige war Aussteller seiner aus der St.Pr.St. Hesselteichs Candy Queen v. Calvin Klein gezogenen Stute. Überzeugen konnte die typstarke und mit weiblichem Charme versehene Braune vor allem mit ihrer beeindruckenden Trabmechanik. Mit Kadenz, Abdruck und unerschütterlicher Balance brillierte sie im Trab. Thomas Münch bescheinigte der Stute ein korrektes Fundament sowie Körperpartien ohne Fehl und Tadel. Lediglich im Schritt fehlte der Stute heute die allerletzte Losgelassenheit.

Den Sieg unter den springbetonten Reitponys machten schließlich zwei Stuten im Endring unter sich aus. Zuchtleiter Thomas Münch sah in den präsentierten Stuten bereits eine ausgezeichnete Grundlage für die westfälische Springponyzucht. Als Siegerstute hob sich Paulina Sunrise v. Primera Vez/Nadler hervor. Gezogen und ausgestellt wurde die braune Stute von der ZG Ulmker aus Neuenkirchen. Sie hat bereits eine hervorragende Stutenleistungsprüfung mit einer Gesamtnote von 8,0 abgelegt. Dort konnte sie im Freispringen mit viel Abdruck, Übersicht und Reflex sowie einer praktisch angelegten Galoppade überzeugen. Die Grundgangarten Schritt und Trab dieser Stute sind durch Takt und Fleiß gekennzeichnet. Gut aufgeteilte Körperpartien und ein korrektes Fundament rundeten das Gesamtbild ab.

Die Silbermedallie gab es für die Reservesiegerstute Vienna v. Vincent. Die vierjährige Dunkelfuchsstute hat Ausstellerin Klara Ackerstaff, Bad Bentheim, aus der Verb.Pr.St. Maja v. Mentos gezogen. Aus dem hervorragenden Mutterstamm sind bereits viele international erfolgreiche Sportponys und gekörte Hengste hervorgegangen. Im Rahmen ihrer Stutenleistungsprüfung konnte die Stute vor allem mit Vermögen und Reflexen im Freispringen punkten und diese mit einer Gesamtnote von 8,08 abschließen. Insgesamt wünschte man sich die Stute etwas weiterentwickelt und noch harmonischer aufgemacht. Dennoch bestach sie durch ihre Reitponypoints.

Die Gold- und Silbermedaillen erhielten die Züchter der geehrten Stuten aus den Händen von Nadine Frische von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Zuchtleiter Thomas Münch freute sich über die breite Qualität der heute präsentierten typ- und ausdrucksstarken Reitponystuten und appellierte an die Reitponyzüchter auch zukünftig getreu dem Rassetyp zu züchten.